
Sparbücher, Lebensversicherungen und Tagesgeld bringen keine Zinsen mehr. Es sind inzwischen wahre Geldvernichtungsmaschinen geworden. Durch die inflationäre Geldmenge wird das Vermögen der Sparer sukzessive entwertet. Minuszinsen lassen immer mehr Sparer zum Investor werden – und das ist gut so.
Vor diesem Hintergrund möchten wir Alternativen zu den klassischen Sparanlagen Tagesgeld, Lebensversicherung und Bausparvertrag vorstellen. Wir erläutern Wertpapiere, die neben Inflationsschutz auch Schutz vor Negativzinsen mit aussichtsreicher Rendite bieten. Sachwerte sind die einzigen sinnvollen Möglichkeiten zum Vermögensaufbau – also Aktien, Immobilien, Edelmetalle, Grund & Boden, Rohstoffe und Beteiligungen.
Börsen-Begriffe für mehr Know-how
Aktien
Aktien sind Wertpapiere, die einen Anteil an einer Aktiengesellschaft verbriefen. Im Gegensatz zu einem Zinspapier handelt es sich bei einer Aktie um eine Beteiligung am Produktivvermögen eines Unternehmens und damit um einen Sachwert.
Investmentfonds
Ein Investmentfonds beinhaltet einen Mix aus vielen verschiedenen Aktiengesellschaften. Mit dem Erwerb eines Fonds kaufst Du einen Anteil und erhältst eine breite Streuung in unterschiedliche Titel. Ein Fondsmanager entscheidet über die Gestaltung und die Investitionen – dafür werden Gebühren fällig. Mit Investmentfonds hast du einen Sachwert: Es ist unwahrscheinlich, dass alle Titel innerhalb des Fonds gleichzeitig pleitegehen.
ETFs
ETFs sind passive Fonds und werden auch als Indexfonds bezeichnet. Sie bilden einen entsprechenden Index nach und verursachen dadurch weniger Kosten. Die wenigsten ETFs schlagen jedoch aktiv gemanagte Fonds. Als Beimischung sind ETFs geeignet – wir würden jedoch aktive Fonds den ETFs vorziehen.
DAX
Der DAX ist der bedeutendste deutsche Aktienindex. Er beinhaltet die dreißig größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen am Aktienmarkt.
Welche Geldanlagen sind sinnvoll?
Aktien stellen zwar einen Sachwert dar, bieten aber nur bedingten Schutz – im Falle einer Insolvenz des Unternehmens ist dein Kapital mit dem Unternehmen untergegangen. Mit Investmentfonds in einem Depot hast du den größtmöglichen Schutz deines Vermögens.
Börsen-Begriffe zu Aktien
Stammaktie
Die häufigste Form ist die Inhaber-Stammaktie. Sie kann ohne größere Einschränkungen ge- und verkauft werden. Stammaktienbesitzer haben ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung.
Vorzugsaktie
Das Gegenstück zur Stammaktie sind Vorzugsaktien ohne Stimmrecht. Der Vorteil: höhere Dividendenzahlungen gegenüber Stammaktien.
IPO
Bevor ein Unternehmen erstmals an die Börse geht, unterbreitet es ein erstes öffentliches Angebot zur Zeichnung von Aktien (Initial Public Offering). Oftmals bieten IPOs spannende Möglichkeiten, seinen Einsatz in kurzer Zeit zu vermehren.
Dividende
Als Dividende wird der Teil des Gewinns bezeichnet, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Mit der Investition in dividendenstarke Unternehmen kann langfristig ein zweites Einkommen aufgebaut werden.
Performance
Der Erfolg oder Misserfolg einer Aktie oder eines Fonds wird durch die Performance getragen. Diese berechnet sich aus der Differenz des aktuellen Kurses und dem Kaufkurs plus Dividende.
Volatilität
Als Volatilität wird die Schwankungsbreite einer Aktie oder eines Fonds bezeichnet. Je höher die Volatilität, desto höher das Risiko auf Wertverluste.
Depot
Egal ob Du Aktien oder Fonds kaufst – du brauchst zwingend ein Depot bei der Hausbank, einem Onlinebroker oder einer spezialisierten Investmentbank.
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Das KGV gibt Aufschluss darüber, wie lange es dauert, bis du bei konstanten Gewinnen deinen Geldeinsatz wieder herausbekommst.
Cashflow
Jedes Unternehmen sollte einen positiven Cashflow haben. Je höher der Cashflow, desto gesünder und leistungsstärker ist das Unternehmen.
Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
Das KBV ist das Verhältnis der ausgegebenen Aktien zum buchhalterischen Unternehmenswert. Je günstiger die Aktie, desto niedriger ist der Wert des KBV.
Börsen-Begriffe zu Investmentfonds
Aktiv gemanagte Fonds
Bei einem aktiv verwalteten Fonds entscheidet der Fondsmanager über das Anlageuniversum und die Strategie. Aus der Historie heraus entwickeln sich aktive Fonds trotz höherer Gebühren besser als passive Fonds.
Passiv gemanagte Fonds (ETF)
ETFs bilden lediglich den Vergleichsindex, wie beispielsweise den MSCI World oder den DAX ab. Die Kosten sind deutlich geringer als in einem aktiven Fonds. Als Beimischung in einem Depot geeignet – ein reines ETF-Depot halten wir nicht für zielführend.
Ausschüttende Fonds
Wenn du regelmäßige Ausschüttungen aus den Gewinnen der Fonds erhalten möchtest, wählst du diese Variante.
Thesaurierend
Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern den Fondsanteilen zugeschrieben und erhöhen somit den Fondswert. Wir empfehlen diese Form bevorzugt – der Zinseszinseffekt lohnt sich langfristig.
Sondervermögen
Fonds sind sogenanntes Sondervermögen und müssen strikt vom Unternehmenskapital getrennt gehalten werden. Im Falle einer Insolvenz der Gesellschaft wird das Sondervermögen nicht zur Schuldentilgung herangezogen.
Cost-Average-Effekt
Der Durchschnittswerteffekt ist gerade bei monatlichem Sparplan eine Waffe. Regelmäßiges Anlegen ist entscheidend. Bei niedrigen Kursen werden prozentual mehr Anteile gekauft als bei hohen Preisen.
Börsen-Begriffe zu Bewertungskennzahlen
Alpha
Ist das Alpha positiv, bedeutet das, dass sich der Fonds im Vergleich zum restlichen Markt besser entwickelt hat.
Beta
Die Kennzahl Beta zeigt an, wie sehr ein Fonds im Vergleich zum Markt schwankt.
SRRI
Der Synthetic Risk and Reward Indicator gibt das Risiko und die Schwankungsbreite eines Fonds an. Eine SRRI kann sich jederzeit ändern.
Sharpe Ratio
Mit der Sharpe Ratio wird die Überrendite eines Fonds gemessen. Eine Sharpe Ratio größer eins bedeutet, dass gegenüber einer weniger risikoreichen Anlage eine Überrendite erwirtschaftet wurde.
Anleihen
Anleihen sind zinstragende Wertpapiere. Der Gläubiger erhält das Recht auf Zinszahlung und Rückzahlung seiner Einlage. Zu einem bestimmten Zeitpunkt muss die Anleihe vom Emittenten zurückgenommen werden.
Kupon
Mit dem Begriff Kupon wird eine Verzinsung von Anleihen gemeint. Dieser Zins wird jährlich an die Anleger ausgezahlt.
Rendite
Viel wichtiger als der Zins, den die Anleihe verspricht, ist eine potenzielle Rendite. Diese ergibt sich aus Kursgewinnen und dem Zinskupon.
Zertifikate
Die intelligentere Variante der Anleihen sind Zertifikate. Die Verzinsung und der Rückzahlungspreis hängen von der Börsenentwicklung ab.
Inflationsschutz
Es gibt Anleihen, die an die Inflationsrate angepasst werden. Damit besteht ein Kaufkrafterhalt.
Steuerpflicht
Börsengewinne werden pauschal mit Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag versteuert – also 25 Prozent plus Soli. Alles was deinen Freibetrag von 801 Euro als Single oder 1.602 Euro als Paar übersteigt, wird damit versteuert.
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