
Es sieht aus wie ein kleines ganz normales Dorf – Hauptstraße, mehrere Geschäfte, eine Kneipe, ein Frisör. Alles ganz normal. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass der Ort umzäunt ist und von einem Pörtner bewacht wird. Was hat es damit auf sich?
Das erste Dorf nur für Demenzkranke
Das weltweit erste Dorf nur für Demenzkranke ist das Dorf Hogeweyk in der Nähe von Amsterdam. Auch das Dörfchen „Tönebön am See“ bei Hameln ist so entstanden. Die Bewohner können so normal wie möglich leben – keine Mehrbettzimmer, keine Ärzte in weißen Kitteln, keine Kantine. Die Bewohner versorgen und bekochen sich eigenständig, solange es eben geht.
Pflegeheim als letzte Station?
Es ist meist eine schwere Entscheidung, ob Demenzpatienten zu Hause versorgt oder in einem Heim besser aufgehoben wären. Studien belegen, dass Betroffene sich in vertrauter Umgebung besser zurechtfinden. Laut dem US-amerikanischen Massachusetts Alzheimers Disease Research Center entwickeln die Hälfte aller stationär behandelten Alzheimer-Patienten relativ schnell ein sogenanntes Delir. Bei Personen in ihrem gewohnten Umfeld sind es dagegen nur 4 Prozent, die innerhalb eines Jahres ins Heim müssen.
Private Vorsorge in jungen Jahren
Aktuell gibt es in Deutschland fast 1,6 Millionen Demenzpatienten, jährlich kommen rund 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Im Schnitt liegt der Eigenaufwand in Baden-Württemberg nach Abzug der gesetzlichen Leistungen bei 1.892 Euro monatlich. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, in jungen Jahren schon vorzusorgen.
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